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Wie spreche ich Journalisten an?

Wie spreche ich Journalisten an? So leider nicht: Bei einem PR-Strategietag für eine Kundin kam ein spannendes PR-Thema zur Sprache, dass mich an das 1×1 der Journalisten-Kommunikation denken ließ. So verriet sie mir:

„Aline, bei Journalisten bin ich vorsichtig geworden, denn die drucken immer nur das, was sie wollen und nicht den Text, den ich ihnen zur Verfügung stelle.

Außerdem informieren sie mich nicht, wenn sie Beiträge online stellen. Das habe ich ihnen nicht erlaubt. Meine Beschwerde verstehen sie nicht und sind ganz im Gegenteil sogar beleidigt!“.

Inhaltsverzeichnis: Wie spreche ich Journalisten an?

Sherlock Holmes alike wollte ich mehr erfahren: Was war bei der Kommunikation zwischen den Journalisten schief gelaufen?

Ich hakte nach und fand schnell heraus, dass es immer die gleichen Missverständnisse zwischen Journalisten und PR-Neulingen gibt und immer die gleiche Frage: “Wie spreche ich Journalisten an?”

Damit du Journalisten richtig ansprechen kannst, zeige ich dir heute, die 6 wichtigsten Schritte und worauf du achten musst!

Du möchtest wissen, warum PR & Marketing keine Werbung sind? Dann hör in die Podcastfolge rein:

Random Fakt für alle PR& Marketer unter uns: Solche Infos sind wichtig, damit wir uns in unsere Kunden besser hineinversetzen und sie verstehen! Nur so können wir dauerhaft gute Kommunikatoren sein – denn wir sind die Experten nicht unsere Kunden.

1. Kostenfreie Reichweite:
Warum dir der Journalist ein Geschenk macht

So ärgerlich es auch sein mag, wenn dein Gastbeitrag nicht 1 zu 1 so abgedruckt wird, wie du dir das wünschst – der Journalist ist dir zu nichts verpflichtet. Das solltest du dir bei der Kommunikation mit Journalisten immer merken.

Oder hast du ihn etwa für das Erscheinen & Abdrucken deines Textes bezahlt? Wahrscheinlich nicht – und das bedeutet für den Journalisten, er kann deinen Text so umschreiben, dass er lesertauglich ist. Denn darin ist er der Profi! Auch wenn du es vielleicht nicht hören magst, aber der Journalist weiß, was seine!!! Leser*innen anspricht und wie du mit deinem Thema am besten ankommst.

Bitte schiebe dein Ego hier auf Seite und rede ihm nicht in seinen Job rein! Sicherlich kennst du aus eigener Erfahrung “neunmalkluge” Kunden – genauso sieht dich der Journalist in diesem Moment . Mit einer Ausnahme: Er ist eigentlich dein Kunde! Denn er bezahlt dich mit seiner Reichweite! 

Damit du keine “verbrannte Erde” hinterlassen willst, sei höflich und frage nach, ob der für dich wichtige Absatz nicht dennoch rein kann. Erkläre wenn möglich warum. 

Kleine Ausnahmen gibt es natürlich. Zum Beispiel, wenn du mit dem Kauf eines Zeitschriften-Abos gleichzeitig eine Vereinbarung abgeschlossen hast, dass du einen Gastbeitrag im Magazin veröffentlichen darfst. 

Aber auch dann gilt es den Journalisten zu verstehen, damit du die Möglichkeit hast immer wieder etwas zu publizieren und eine langanhaltende Kooperation entstehen kann.

2. Stell' dein Business in den Hintergrund

Wie spreche ich Journalisten an?

“Aline, das ist zu werblich geschrieben…”

Wie oft bekam ich von meiner damaligen Vorgesetzten in der Werbeagentur meinen Text mit diesen Worten zurückgereicht. Zur Recht, heute weiß ich, dass werbliche Texte á la “…lernen Sie die wunderbare Vielfalt des Yoga-Kissens kennen uns schweben Sie auf Wolke 7…” sich total nach Werbesprache anhören und keine*n Leser*in einer Zeitschrift interessiert.

Dein Gastbeitrag sollte deshalb auch nicht zu werblich geschrieben sein. Das heißt: Produktdetails oder übertrieben Lobpreisungen des Unternehmens sind tabu!  

Wie es besser geht, wenn du Journalisten anschreibst? Versuche den Journalisten in deine Geschichte mit hineinzuziehen. Was ist das besondere, verrückte oder traurige an der Entstehung deines Business? 

Schreibe deinen Text wie einen Roman – spannend, informativ und mitreißend.  

Und denk dabei immer ans Fernsehen – was nervt am meisten? Klar, die Werbepausen – daher nutze den sogenannten Autorenkasten, um dein Business oder aktuelles Angebot zu erwähnen. Spreche deinen Ansprechpartner drauf direkt an. Der Autorenkasten ist ein spezieller Informationsteil indem du dich und dein Business vorstellen kannst und meistens auch auf ein spezielles Angebot verweisen kannst. Achte das nächste Mal beim Lesen einer Zeitschrift auf den Schreibstil und diesen Kasten.

Schau dir dazu auch diesen Blogbeitrag an: Aufmerksamkeit beim Kunden erregen.

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3. Wie spreche ich Journalisten an?
Vermeide Ich-Erzählungen

 

Wenn du Journalisten anschreibst kannst du natürlich in der “Ich-Form” deine E-Mail formulieren, vermeide im Gastbeitrag aber zwingend das Wort „ich“. 

Warum?! Weil dein Gastbeitrag sich um Leser*innen und deine potenziellen Kunden drehen sollte und nicht um dich! Denn es handelt sich nicht um einen Monolog mit dir selber, sondern um einen Text, in dem sich andere Menschen wiederfinden sollen.

Klar kannst du schreiben „Als ich damals vor der Entscheidung stand, mich selbstständig zu machen oder angestellt zu bleiben…“ – versuche dabei aber deinen Kunden mit einzubeziehen: „…wusste ich gar nicht, dass so viele Menschen in diesem Hamsterrad festsitzen und dieselben Sorgen haben.“ 

Dadurch holst du Leser*innen ab, die ein ähnliches Lebensthema wie du haben und sich mit dir solidarisieren. Bitte achte darauf, dass auch der Journalist keine Ich-Erzählungen mag, es sei denn es ist eine Glosse eines Stars oder einer bekannten Persönlichkeit. Aber, sind wir doch ehrlich, dass bist du wahrscheinlich noch nicht. Und deshalb gelten für dich andere Spielregeln.

Mehr Pressearbeits-Tipps hier: Mit kleinem Budget Pressearbeit machen.

4. Achte auf die Deadline des Journalisten

Lass den Journalisten nicht Warten – auch wenn du viel zu tun hast! Dreimal darfst du raten warum…er hat auch viel zu tun und eine Deadline.

Eine Kundin brauchte zu lange für einen Text, den die Journalisten “kurz vor knapp” angefragt hatte. Als sie ihn ihr schickte, bekam sie eine E-Mail zurück mit der Info, dass die Journalisten bereits die Antwort einer andere Expertin verwendet hatte.

Meine Kundin war stinksauer – und ich kann es verstehen. Nicht jeder schreibt schnell mal einen Text runter. Solltest du für Texte länger brauchen, frag den Journalisten ob ihr ein kurzes Telefonat führen könnt und er evtl. den Text schreiben kann! Er kann schreiben, sei dir das bewusst.

Markenagent.com hat eine Studie veröffentlicht und eine Befragung zu den “Besonders mühsamen Dingen bei einem Interviewpartner” durchgeführt: Auf Platz eins mit 41 Prozent lag dabei “Antwortet ununterbrochen ausweichend/ nicht auf meine Fragen”.

Wenn du die Deadline verpasst, weil du dich nicht an die Absprache hältst, bist du beim Journalisten „unten durch“ und stehst auf der roten Liste. Denn du lässt ihn hängen!

5. Fühle dich wohl mit deinem Thema

Fühle dich zu 100 Prozent sicher mit dem was du über dich preisgibst. Meine Kundin schrieb zu einem ganz persönlichen Thema etwas und wurde damit in einem Magazin abgedruckt und online veröffentlicht.

Doch mit der Online-Veröffentlichung fühlte sie sich maßlos übergangen. Als sie sich bei der Journalistin beschwerte, verstand diese den Ärger nicht und war ebenso beleidigt.

Was ich dazu als PRler sage?! Je mehr Reichweite desto besser, ich persönlich mache Jubelsprünge, wenn man Beiträge teilt und Magazine sie off- und online verwenden!

Doch wenn du mit neuen Medien nicht so sicher bist, gehe nur mit Stories raus, bei denen du dich wohl fühlst. 

Ein Diktieren wo der Beitrag veröffentlicht werden soll und darf, ist jedoch zu viel des Guten, denn wie bei Punkt 1 zahlst du für dich Veröffentlichung nicht.

Auch der Journalist möchte keine Lügen verbreiten. Nach der Studie von Markenagent.com ist das unter der Rubrik “Berufliches Horrorszenario” auf Platz 1 und 2 mit jeweils 52,7 und 43,4 Prozent. Hier findest du übrigens die ganze Studie.

6. Lass dir eine Freigabe erteilen

Last but not least: Bitte den Journalisten um Freigabe!

So kannst du unschöne Momente beim abgedruckten Text vermeiden. Denn natürlich soll der Gastbeitrag echt und authentisch bleiben, damit du dich und dein Business wiederfindest. Mit einer Freigabe stellst du das sicher. Was meine ich damit? Bitte den Journalist um die Zusendung der jeweiligen Seiten im Vordruck. Dann siehst du wie die dein Artikel nachher grafisch umgesetzt wird. Diese grafische Umsetzung gibst du dann frei und somit dein “ok” für’s Abdrucken.

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Ich hoffe, dich bald wieder als Leser*in auf diesem Blog zu begrüßen!

Deine Aline

Female Power PR

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Hallo, ich bin Aline von Female Power PR

Aline Pelzer - PR & Marketing Beratung

Ich bin Aline Pelzer, die Frau hinter Female Power PR, lebe und arbeite als PR & Marketing-Strategin in Düsseldorf – bis dienstags, da verschlägt es mich als Dozentin an die Fachhochschule Aachen . Was ich unterrichte? Klar: Kommunikationstechniken.

Denn die Kommunikation zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben: Studiert habe ich nämlich Sprach- & Kommunikationswissenschaften und Philosophie – und darin einen Masterabschluss.

Während der Uni arbeitete ich u.a. für den WDR Aachen – und erfuhr dort wofür Journalisten brennen! Mit diesem Know-How heuerte ich anschließend bei verschiedenen Werbeagenturen an – beginnend als Praktikantin bis hin zur Projektleiterin mit Personalverantwortung.

Meine Vision: Du und deine Bekanntheit

Ich möchte dir eine Lotsin durch den Dschungel an PR & Marketing-Möglichkeiten sein. Denn es gibt 100 verschiedene Herangehensweisen und genau so viele Tools, um deine Bekanntheit zu steigern. 

“Auf jeden Zug aufzuspringen” macht keinen Sinn – du verlierst den Fokus und streust Informationen, anstatt zielgerichtet und effektiv zu kommunizieren. 

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