Wie du den Durchblick über deine Finanzen behältst

Die meisten Selbstständigen, circa 80 Prozent, scheitern innerhalb der ersten drei Jahre. Die Angst vor dem Scheitern bewahrte mich, vor dem anfänglichen Finanz-Chaos und dem Trugschluss alles selber machen zu wollen. 

So sieht es auch Finanzexpertin Claudia Müller von Female Finance Forum – mit ihr habe ich auf dem Female Power PR Podcast über das wichtige & dennoch angstbehaftete Thema gesprochen.

In den ersten Jahren einer Selbstständigkeit werden häufig zwei wichtige Erfolgs-Grundpfeiler ignoriert: Public Relations (PR) und Finanzen. Zwei Bereiche, auf die ich von Anfang an sehr viel Wert gelegt habe. Die PR für mein Business decke ich glücklicherweise selber ab. Denn ich bin Kommunikations-Strategin. Mit meinen Kunden entwickle ich individuelle PR-Strategien und Kommunikations-Konzepte, um sie bei ihren Kunden sichtbarer zu machen.

Der andere Bereich, die Finanzen, war für mich bis dato Neuland und bereitet mir anfangs starke Bauchschmerzen. Klar, ich kenne den Unterschied zwischen brutto und netto. Das war’s dann aber auch schon – jedenfalls zu Beginn meiner Selbstständigkeit. 

„Ohne grundlegendes Verständnis von Marketing, PR und Finanzen überlebt man in der Selbstständigkeit nicht. Das ist Fakt.“

Nicht ohne Grund heißt es „selbst & ständig“ – und wenn man sein eigenes Business startet, ist oft nicht viel Geld für Extras da. Man will und kann teilweise nichts abgeben und macht dadurch alles selber. Und genau das kann einem sprichwörtlich „das Genick brechen“ – da man nicht zwischen Kosten und Investitionen unterscheidet. 

Podcast auf Soundcloud - hör' einfach rein:

Deshalb leiste ich zwar die Vorarbeit für meinen Buchhalter – der glücklicherweise mein Vater ist – gebe dann aber meine Finanzen an Profis ab. In meinem Fall Buchhalter und Steuerberater. Der Vorteil: Ich habe meine Einnahmen- & Ausgaben immer fest im Blick und kann abschätzen, was ich in diesem Monat für mich an „Freizeit-Geld“ habe, was ich in mein Business investieren kann und welche Summe ich zwingend zur Deckung meiner Fixkosten brauche.

Ich spare Zeit und kann mich auf voll auf die Entwicklung meines Business konzentrieren. Was viele nicht wissen: Alle Business-Investitionen sind steuerlich absetzbar. 

Aller Anfang ist schwer – eine Selbstständigkeit muss man lernen

Und ja, ich bin an mein Erspartes gegangen, als ich mich selbstständig machte. Ich habe in Fortbildungen und meinen Steuerberater investiert. Mit dem Resultat, dass ich bereits im zweiten Jahr meiner Selbstständigkeit viele Kosten „reinholen“ kann.

Und ja, ich musste auf einige Luxusdinge wie wöchentliches Essengehen, den Sommerurlaub oder die gelegentliche Shopping-Tour verzichten. Ist man dazu nicht bereit, ist man aus meiner Sicht nicht bereit für ein eigenes Business. Denn den „Erfolg über Nacht“ gibt es nur sehr selten!

Strategie und Biss ist hier das unbequeme Zauberwort! Mein Tipp für alle, die sich selbstständig machen möchten. Informiert euch bei staatlichen Einrichtungen wie der IHK, fragt in Foren im Social Web oder auf Netzwerkveranstaltungen nach und holt euch Rat bei eurer Bank! Welche Fördermöglichkeiten stehen euch zu?

Überlasst nicht dem Schicksal, ob Kunden zu euch finden – lest Marketing & PR Blogs, analysiert euren Zielkunden, überprüft die Vision und Mission eures Business. Setzt euch sogenannte „smarte Ziele“. Also Ziele, die ihr evaluieren könnt. Damit ihr nicht unter Existenzangst leidet: Sorgt dafür, dass ihr ein Einnahme-Backup habt, vielleicht ein Promotionsjob den ihr ausführen könnt, wenn es mal knapp mit dem Geld werden könnte.

Ich rate jedem davon ab ins kalte Wasser zu springen ohne vorher wenigstens einen kleinen Zeh hineingetaucht zu haben. Das heißt, sich strategisch und mental auf diese Herausforderung vorzubereiten. Denn es werden auch schwierige Situationen auf euch in eurer Selbstständigkeit zukommen. Das Gute: Aus denen lernt man bekanntlich am meisten. Es gibt – aus meiner Sicht – nichts Schöneres, als selbstständig, frei und für die eigenen Ziele zu arbeiten. Ein positives Gefühl, das mir in dem Umfang, keine Festanstellung bisher schenken konnte.

 

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Wer ich bin?

Ich bin Aline Pelzer lebe und arbeite als PR-Strategin in Düsseldorf – bis dienstags, da verschlägt es mich als Dozentin an die Fachhochschule Aachen . Was ich unterrichte? Klar: Kommunikationstechniken.

Denn die Kommunikation zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben: Studiert habe ich nämlich Sprach- & Kommunikationswissenschaften und Philosophie – und darin einen Masterabschluss.

Während der Uni arbeitete ich u.a. für den WDR Aachen – und erfuhr dort wofür Journalisten brennen! Mit diesem Know-How heuerte ich anschließend bei verschiedenen Werbeagenturen an – beginnend als Praktikantin bis hin zur Projektleiterin mit Personalverantwortung. 

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