Präsentieren vor Publikum – Selbstbewusstsein aufbauen!

Schwitzige Hände, der Puls rast und Panik macht sich breit – 41 Prozent aller Menschen haben Angst vor anderen Menschen zu sprechen. “Wahnsinn”, dachte ich mir, als ich in einem Seminar erfuhr, dass diese Form der Angst noch vor!!! Höhenangst oder der Angst vor Ungeziefer steht. “Redeangst” nennt man das und diese Angst ist sozial geprägt. Sie entsteht durch die befürchtete negative Wahrnehmung des Publikums und letztlich die Ablehnung der eigenen Person. Das Reden vor Publikum erfordert daher von den meisten Menschen eine enorme Überwindung.

Generell will jeder souverän und clever in einem Vortrag vor einer Gruppe rüberkommen. Dennoch können wir uns häufig nicht gegen kritische Gedanken wehren: „Was denken die von mir? Bin ich gut genug? Was ist wenn ich mich verhaspel?” usw.

Früher im Studium hatte ich dasselbe Problem – immer dann wenn ich ein Referat halten musste.  Heute spreche ich als Dozentin für Kommunikationstechniken regelmäßig vor Studenten und muss mich dadurch stets mit meinem inneren Kritiker auseinandersetzen. Was ich daraus gelernt habe, verrate ich heute.

 

Warum muss ich selbstbewusst sein?

Bei einer Befragung von Führungskräften bei IBM fand man heraus, dass die pure Leistung für eine Beförderung nur zu 10 Prozent !!! entscheidend ist – 90 Prozent sind Kontakte, Beziehungen und Selbstdarstellung. Tja, egal ob es uns nun passt oder nicht – so funktioniert die Business-Welt.

Angst akzeptieren

Wer die Angst verdrängt, verstärkt sie nur noch – klingt kurios, ist aber so. Am besten man hält inne und lässt die Angst erscheinen und akzeptiert die Emotion als solche. Denn unbekannte Situationen verursachen Angst, das ist vollkommen normal. Schreibe auf, was dir Angst bereitet – dann hast du es direkt “vor Augen”.

Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch die “Heat Map” – sie zeigt die Körperregionen an, in denen wir bestimmte Emotionen durch Wärme wahrnehmen. Ein Gefühl hat also körperliche Auswirkungen und ist nicht nur eine neuronal kreierte Emotion. Über 700 Teilnehmer aus Finnland, Schweden und Taiwan nahmen an der Studie teil. 

 
Credits to: Image courtesy of Lauri Nummenmaa, Enrico Glerean, Riitta Hari, and Jari Hietanen.

“Ich kann einfach nicht vor anderen Menschen fehlerfrei und ohne Angst sprechen” – wenn du das denkst, handelt es sich um einen sogenannten Glaubenssatz. Ein Glaubenssatz hat nichts mit Religion zu tun, sondern ist der sprachliche Ausdruck von etwas, an das jemand glaubt und für wahr hält. Es sind Wahrnehmungsfilter, das heißt durch sie nehmen wir die Welt aus unserer Brille war. Glaubenssätze schränken uns ein und verbauen und den Weg alternativ zu denken.

 

Entlarve deine Glaubenssätze, beantworte die folgenden Fragen

  • Ich muss immer…

  • Bei Herausforderungen reagiere ich immer…

  • Ich konnte noch nie…

  • Andere können xyz immer besser als ich.

Dabei gilt: Bewerte nicht, sondern schreibe einfach deine Gedanken auf!

Glaubenssätze entkräften

Glaubenssätze wie “Ich kann einfach nicht vor anderen Menschen fehlerfrei und ohne Angst sprechen” sind Statements, die man zunächst ans Licht holen muss, um sie zu entkräften. Milder deine Glaubenssätze ab, indem du Wörter wie “nie” oder “immer” rauswirfst. Dann formuliere den Satz positiv um, bis der Glaubenssatz dich nicht mehr unter Druck setzt.  Das könnte beispielsweise “Ich möchte selbstbewusster vor Menschen auftreten und flüssiger sprechen”.

Formuliere dabei stets positiv! Denn das Unterbewusstsein merkt sich negative Formulierungen. Daher wäre die Umformulierung in “Ich möchte weniger Fehler vor Menschen machen und angstfrei sprechen”.

 

Erkenne deine Stärken

Seit unserer Kindheit sind wir darauf fokussiert, auf unsere Schwächen, auf Fehler und das Unvollkommene! Das nervt und hilft uns nicht weiter.  Denn ein “Ja, dass kann ich richtig gut” ist kein “Ja, schon irgendwie, aber…”. Als: Raus aus dem Mangel – rein in die Fülle!

  • Schreibe zehn Stärken auf, die du besitzt! Hobbys, Talente, Fähigkeiten!

Es ist egal, was die anderen zu diesen Stärken sagen – nur deine Einschätzung zählt.

  • Erfolgstagebuch: Schreibe täglich 5 Dinge auf, die dir gut gelungen sind. Z.B.: Du bist zum Sport gegangen? Super! Dich hat jemand im Supermarkt vorgelassen? Schreib’s auf!

Sei S-M-A-R-T : Erreiche deine Ziele schneller

Kennst du schon die SMART Analyse? Nein? Mit ihr lassen sich Ziele – wie Selbstbewusstsein aufbauen – auch wirklich umsetzen! Spezifisch
  • In welcher konkreten Situation möchtest du selbstbewusster werden?
  • Formuliere dein Ziel so präzise und einfach wie möglich. Damit stellst du sicher, dass es keinen Spielraum für Interpretationen gibt.
  • Es geht darum, dass du den zu erreichenden Sollzustand beschreibst.
Messbar
  • Woran merkst du, dass du dein Ziel erreicht hast (z.B. lautere Stimme, das Durchsetzen deiner Ideen gelingt…)?
  • Du musst sicherstellen, dass du Kriterien festlegst, an denen die Zielerreichung gemessen werden kann.
Attraktiv
  • Ist das Ziel absolut erstrebenswert?
  • Motiviert dich das Ziel genügend?
  • Überfordern die Konsequenzen nicht?
Realistisch
  • Passt das Ziel zu dir?
  • Oder dient das Ziel nur dazu jemanden zu imitieren?
  • Ist der Schritt evtl. zu groß und muss erst noch unterteilt werden?
Terminiert
  • Bis wann soll das Ziel erreicht werden? Zu welchem Anlass?
  • Durch die Terminierung vermeidest du, dass getrödelt wird und die Ziele in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden.
  • Es lohnt sich hier auch Zwischenziele zu setzen. So hast du mehrere zeitliche Messpunkte

12 thoughts on “Präsentieren vor Publikum – Selbstbewusstsein aufbauen!”

  1. Ein sehr hilfreicher Beitrag, der auch mir noch Tipps geben konnte. Redeangst ist auch in meinen Hypnose-Coaching-Sitzungen, immer wieder ein Thema. Hier unterstütze ich mit kombinierter Hypnose und Coaching den Klienten, mehr Selbstbewusstsein zu erlangen und blockierende Glaubenssätze zu lösen. Zusätzlich gebe ich den Tipp, jeden Morgen im Spiegel, seinen PAUL zu begrüßen. PAUL = POSITIV AUSSEHEN UND LEBEN. Auf meinem Blog http://www.lebensfluesterin.com habe ich einen hlfreichen Beitrag hierzu geschrieben. Alles Liebe und Gute, Claudia Bäumer alias die Lebensflüsterin 😀

  2. Ein toller Artikel liebe Aline. Als Schüler waren mir Referate vor der Klasse ein Graus. Heute, im Berufsleben muss ich öfter Fortbildungen geben. Mal im Großen und mal im kleineren Kreis. Ich habe festgestellt,, dass ich mich schneller frei spreche, wenn ich das GEbiet über das ich sprechen soll wirklich gut beherrsche. So ist es auch bei meinen Kochkursen. Aufgeregt bin ich allerdings immer noch jedes Mal.
    Liebe Grüße Claudia

    1. Liebe Claudia,

      Nervosität ist ja generell nicht Schlimmes – es hilft uns, uns besser zu konzentrieren! Nur ist es auch wichtig, nicht “starr” vor Angst zu werden, sondern uns auch vor einer Gruppe von Menschen wohl zu fühlen! Das kann man ja zum Glück lernen!

      Liebe Grüße
      Aline

  3. So aus Ausführlich habe ich das bis heute auch noch nicht gelesen. Recht interessant fand ich vorallem die Grafik dazu.
    Deine Tipps finde ich sehr erklärend geschrieben. Sicher können sie den einen oder anderen helfen.
    Solch Beiträge finde ich imer sehr wichtig und hoffe, dass solche auch nie ausgehen werden.

    Alles liebe

  4. Schöner Artikel mit vielen guten Tipps.Merk ich mir Mal u.geb ich Mal meiner großen Tochter weiter ,da stehen jetzt die letzten Prüfungen u.da einige mündliche.

    LG aus Norwegen
    Ina

  5. Ich kann zum Glück recht gut vor Publikum reden, damit hatte ich noch nie ein Problem. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass nur eins hilft, nämlich üben, üben und nochmal über, dann kommt die Selbstsicherheit mit der Zeit von ganz alleine.

  6. Super Tipps für meine nächste Präsentation. Ich habe immer das Problem das ich einen trockenen Mund bekomme oder die Präsentation ausversehen in dir länge ziehe 😀

  7. ein sehr cooler Beitrag meine Liebe!
    der Witz ist, dass mir Referate und Co. früher in der Schule überhaupt keine Probleme gemacht haben – ganz im Gegenteil, die waren mit lieber als Klassenarbeiten! jetzt in der Uni ist es genau andersherum … mündluche Prüfungen machen mir die größten Probleme 😉
    werde mir einige deiner Tipps zu Herzen nehmen!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.