Vorsicht, ein Shitstorm zieht auf: Wie du mit negativer Kritik umgehst und was du daraus für deine Kommunikation lernst!

Es ist mir passiert, ich habe meinen ersten Shitstorm geerntet. Was war geschehen? Ich hatte für die Veranstaltung meiner Kundin eine Kooperation für einen Facebook-Post mit einem Hochglanzmagazin ausgehandelt. „Check, dachte ich mir – läuft bei dir, Aline“.

Ich schrieb also den Facebook-Post vor, versendete ihn pünktlich an die Redaktion, die veröffentlichte ihn und ich war bereit für das positive Feedback – das nicht kam und ins Gegenteil umschlug!

Die Leserinnen hatten sich an dieser Formulierung gestoßen und sich unter dem Post mehrfach kritisch geäußert:

MEIN POST:

„Wann ist ein Mann ein Mann?“, fragte sich vor langer Zeit bereits Grönemeyer. Knapp 30 Jahre stehen viele Frauen am gleichen Scheidepunkt: Wann bin ich als Frau richtig und perfekt? Am 18.11.2017 wird in Bonn dieser Frage auf den Grund gegangen. Mutige Heldinnen berichten über private & berufliche Krisen, zeigen, wie sie diese meistern konnten und sich dadurch ein Stück nähergekommen sind. Zudem bietet der Kongress für alle Besucherinnen intensives Netzwerken!

ZWEI KOMMENTARE:

Du lieber Himmel. Seit wann müssen Menschen „richtig und perfekt“ sein. Jeder ist richtig, so, wie er oder sie ist. Ohne sich zu verbiegen, die Regeln der Höflichkeit u. a. beachtend und kennend, mit all seinen Macken, Schwächen und Stärken. Gerade diese Mischung macht Menschen sympathisch. Wer will schon einen perfekten Mann?

Wann bin ich als Frau perfekt???? 
Nie – UND DAS IST AUCH GUT SO!!!
(Gilt übrigens auch für Männer)
Allein diese Frage…. kopfschüttel

Autsch, ich war schockiert und verärgert zugleich. Warum hatten die Leserinnen – in meinen Augen – nicht bis ans Ende gelesen? Wieso wollten sie den Post einfach nicht richtig verstehen und nicht erkennen, dass es nicht darum ging, perfekt zu sein, sondern um die Frage nach dem „Warum?“, dem Druck in unserer Gesellschaft, die scheinbar immer nach Perfektion strebt.

Nach einer zeitnahen E-Mail der Redaktion bzgl. des Shitstorms erkannte ich eins sehr schnell: Schmollen oder beleidigt sein, brachte mich und vor allem meine Kundin nicht weiter. Wäre ja auch unprofessionell – nur so am Rande. Denn schließlich möchte ich mit meiner Pressearbeit Menschen und Herzensprojekte sichtbar machen und nicht Brücken zu Redaktionen und Usern abbrennen.

Ich überlegte mir daher als Erstes, was ich aus diesem Shitstorm für meine Arbeit lernen kann und verfasste dazu eine Liste, die ich heute mit euch teilen möchte:

  1. Versuche glasklar zu formulieren – besonders in kurzen und knappen Social Media Posts. In diesem Fall habe ich die Kernaussage nicht präzise genug in den Mitttelpunkt gestellt. Das war mein Versäumnis und nicht das der Leser!
  2. User reagieren auf die Kommentare – der Facebook-Post wird nur  noch halbherzig gelesen!
  3. Reagiere richtig auf den Shitstorm. Versuche nicht dich zu rechtfertigen, sondern die Kritik aufzunehmen und innerhalb deiner Antwort zu reformulieren. Ich habe so geantwortet:

Liebe Userinnen, ihr habt natürlich vollkommen recht, niemand muss perfekt sein – auch wenn die Gesellschaft das von Frauen fast an jeder Ecke fordert Deshalb haben wir beim Kongress stets wunderbare Rednerinnen, die gerade durch ihre Unperfektheit Vorbild für Frauen sind und diesen Mut machen! Und darum geht es auch beim Kongress: Das Frauen sich gegenseitig unterstützen, stärken und sich selbst treu bleiben.

3. Kontaktiere deinen Kooperationspartner, bevor du auf die Kritik antwortest. Ich habe meine Ansprechpartnerin direkt angerufen und innerhalb des Telefonats abgeklärt, wie ich gerne weiter vorgehen möchte. Was es mir im Gegensatz zu einer E-Mail gebracht hat? Ein Telefonat ist in so einer Situation vielleicht unangenehmer aber auch persönlicher. Die Redakteurin hat gemerkt, dass es mir wichtig ist, die Sache zu klären und „das Kind aus dem Brunnen“ zu holen. Zudem konnte ich die Kommunikation steuern und lenken.

4. Keep cool! Wo gehobelt werden, fallen Späne. Fehler sind da, um begangen zu werden und wenn Menschen auf etwas reagieren, berührt es sie! Das Thema „Perfektionismus“, das habe ich daraus gelernt, ist ein wunder Punkt in der Gesellschaft. Für die PR also ein Buzzword das für Aufmerksamkeit sorgt und Menschen z.B. in einer Überschrift antriggert! Schauen wir also mal, in wie weit ich es für die Sichtbarkeitsarbeit meiner Kundin weiterverwenden kann.

Ist euch schonmal etwas ähnliches passiert – wie habt ihr reagiert, welche Tipps habt ihr? Ich freue mich auf euer Feedback!

2017-12-03T00:32:20+00:00

Über den Autor:

Wie ein Fisch im digitalen Wasser bewege ich mich sowohl privat als auch beruflich durch das Internet und weiß, wie man authentisch und emotional auf sich aufmerksam macht — ohne zu intim oder zu privat zu werden. Mit meinem Know-How mache ich dein Herzensbusiness ebenfalls sichtbar(er)!

13 Kommentare

  1. L♥ebe was ist 26. November 2017 um 11:01 Uhr - Antworten

    oh je, ja es scheint mir fast dass jeder irgendwann mal dran ist … hab dafür selber kein Verstndnis! :/
    warum müssen wir uns gegenseitig die Butter vom Brot nehmen, indem wir uns fertig machen! anstatt sich für den anderen zu freuen! deine Tipps sind in so einer Situation wirklich Gold wert liebe Aline 🙂

    hab einen schönen Sonntag meine Liebe,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

  2. Nadine von tantedine.de 26. November 2017 um 11:49 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit de Thema Kommunikation und finde es sehr spannend. Ich habe vor Kurzem auch eine Email erhalten, die wirklich nicht gut formuliert und auf einer persönlichen Schiene geschrieben war. Ich gebe mir selbst immer Zeit, bevor ich reagiere und versuche mich nie zu rechtfertigen- das fällt mir allerdings manchmal schwer 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

  3. Karolina 26. November 2017 um 12:02 Uhr - Antworten

    hm ja ich muss dir recht geben, ein shitstorm kommt schneller als wie man denkt. in vielen fällen macht man sich gedanken zu dem text und versteht diesen nicht mal böswillig, aber die aussenwelt ist da sehr kritisch was das angeht. da muss man bei der wortwahl so pinkelig aufpassen, damit es ja nicht in den falschen hals kommt. wobei man auch dazu sagen muss, dass auch ein shitstorm seine positiven seiten haben kann =)
    glg Karolina von https://kardiaserena.at

  4. Steffi 26. November 2017 um 12:48 Uhr - Antworten

    Hey,

    ein interessantes und vielfältiges Thema. Kritik ist immer ein Punkt der weh tut, aber hilft weiter zu kommen. Wenn ich persönlich angegriffen werde, dann versuche ich immer stark zu bleiben und gelassen zu wirken, denn ich will mich nicht auf die selbe Ebene begeben.

    Danke für deine Tipps.

    Lg

    Steffi

  5. Avaganza 26. November 2017 um 12:59 Uhr - Antworten

    Liebe Aline,

    du hast super und professionell reagiert – ich war auch schon mit solchen Themen konfrontiert. Ich glaube das geht uns allen so! Das bringt auch das große Thema der Kommunikation mit sich. Da sind Missverständnisse vorprogrammiert. Es ist aber gar nicht so einfach sich solche Dinge nicht persönlich zu Herzen zu nehmen.

    Weiter so!
    Liebe Grüße
    Verena

    • aline 26. November 2017 um 17:02 Uhr - Antworten

      Vielen Dank liebe Verena – ja genau, es ist schwer sich etwas nicht zu Herzen zu nehmen. Vor allem wenn man damit sein Geld verdient und der Kunde solche Kritik auch schnell als schlechte Arbeit auffassen kann. Aber ich bin froh, dass mir das jetzt am Anfang passiert ist und ich daraus lernen konnte.

  6. Andreas 26. November 2017 um 13:35 Uhr - Antworten

    Hi, zum Glück ist mir sowas in der Form noch nicht passiert. Finde Deine Reaktion auf den Shitstorm auf jeden Fall gut und durchdacht, falls ich mal in die Situation komme, werde ich daran danken 🙂 Leider wollen manche Menschen aber auch immer das Negative an einer Sache sehen. Klar, hast Du Dein Post nicht zu 100% klar formuliert, aber man muss es auch nicht unbedingt so negativ auslegen.

    Viele Grüße
    Andreas von gesundheit-managen.de/

    • aline 26. November 2017 um 17:04 Uhr - Antworten

      Danke für dein Feedback Andreas – ja ich fand den Blogbeitrag deshalb auch so wichtig, weil ich zeigen wollte, wie schnell etwas schriftliches missverstanden werden kann! Ich denke wir kommen alle mal in die Situation und dann hilft es doch sehr, wenn man sieht, dass es anderen auch manchmal so ergeht und wie sie dann gehandelt haben.

  7. Helen • FashionFoodFlowers 26. November 2017 um 18:27 Uhr - Antworten

    Naja, die Formulierung ist vielleicht etwas unglücklich gelungen, könnte aber auch beabsichtigt provozierend gewesen sein. Ich würde es positiv sehen, dass sich, in der heutigen Zeit, so viele Frauen zurückgemeldet haben und empört darüber sind, dass Frauen perfekt sein „sollen“. Wo uns doch so einige Medien im Alltag versuchen, genau das in ausführlicher Gehirnwäsche einzutrichtern. Ich empfinde die Empörung hier sogar sehr spannend.
    Ich würde ebenfalls auf die Kritik eingehen, daraus lernen und das Beste daraus ziehen 🙂

    Liebe Grüße,
    Helen

  8. Daniela 26. November 2017 um 22:01 Uhr - Antworten

    Danke für die Tipps. 🙂

    Liebe Grüße
    Daniela

  9. Christina Key 26. November 2017 um 23:58 Uhr - Antworten

    Toller Blog Beitrag, du hast einen tollen Schreibstil! 😊👍🏻

    XX,
    http://www.ChristinaKey.com

    • aline 27. November 2017 um 10:31 Uhr - Antworten

      Vielen Dank meine Liebe 🙂

  10. Britta 21. Dezember 2017 um 21:12 Uhr - Antworten

    Danke für die tollen Tipps! Negative Kritik kann ja jeden Mal treffen!

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